In einem Antrag fordern Abgeordnete der CDU/CSU Fraktion die Bundesregierung dazu auf, sich für eine Herabsetzung des Schutzstatus von Saatkrähen einzusetzen, um eine “Bestandsregulierung” vornehmen zu können. Saatkrähen sollen hierzu auch in die Liste der jagdbaren Arten aufgenommen werden. Eine Bejagung, also Tötung von Saatkrähen, soll zugelassen werden. Zudem wird beantragt, dass die Bundesregierung sich für eine Änderung des Naturschutzgesetzes einsetzt, die es ermöglichen würde Brutkolonien von Saatkrähen aus Wohngebieten und Siedlungsnähe zu verlagern, sowie den Abschuss der Tiere zu erleichtern.
Die leichtere Tötung von Saatkrähen wird gefordert. Begründet wird dies damit, dass die Tiere Jungpflanzen äßen und damit wirtschaftliche Schäden in der Landwirtschaft anrichten können. Die Förderung von Vergrämungsmaßnahmen auf Feldern als Prävention wird nicht angesprochen, sondern lediglich darauf verwiesen, dass es solche nicht gäbe. Ein weiterer Grund der für die Tötung der Saatkrähen angeführt wird, ist die Lärmbelästigung und Kotverschmutzung, welche die Lebensqualität von Anwohner*innen erheblich einschränke. Das Leben der Saatkrähen wird hier als weniger wert eingeschätzt als die vermeintlich eingeschränkte Lebensqualität von Menschen. Die Gegenüberstellung dieser Interessen (Leben gegen Lärmbelästigung) ist völlig außer Verhältnis. Sollte die Lärmbelästigung tatsächlich zu groß sein, könnte im äußersten Fall auch hier über Präventivmaßnahmen nachgedacht werden. Die ständige Lärmbelästigung durch Menschen gegenüber Tieren andererseits wird von vornherein nicht in Frage gestellt.