In einem Interview mit "Lebensmittelpraxis" äußert sich Hans-Jürgen Thies (CDU) - gemeinsam mit Carina Konrad (FDP) und Karl Bär (Bündnis 90/Die Grünen) - zu den Folgen des Ukrainekrieges für die deutsche Ernährungspolitik. Unter anderem geht es um potentielle Auswirkungen von Versorgungsproblemen auf deutsche Supermärkte und Verbraucher*innen. Thies betont in diesem Kontext, dass Menschen sich trotz der Preissteigerung weiterhin wichtige Grundnahrungsmittel leisten können müssen - und hierzu zählt in seinen Augen auch Fleisch.
Er erwähnt zwar auch, dass Tierwohl, gerechte Preise für Fleisch sowie Nachhaltigkeit wichtig seien und spricht sich für den schnellstmöglichen tierwohlgerechten Stallumbau aus. Dennoch bezeichnet er sich selbst als leidenschaftlichen Fleischesser und ist der klaren Ansicht, dass jede*r Bürger*in selbst entscheiden dürfe, ob und wie viel Fleisch er oder sie isst. Er wolle sich einem Verzichtsappell also keinesfalls anschließen.
Problematisch bei Thies' Argumentationsart ist seine Darstellung von Fleisch als wichtiges Grundnahrungsmittel sowie die Tatsache, dass er Fleischverzicht für grundlegend falsch hält. Zwar erwähnt er die Relevanz von Tierwohl, seine Aussagen lassen sich jedoch kaum mit Tierwohl und Tierliebe vereinbaren. Nicht thematisiert wird, das Leid und der Tod von Tieren, der mit dem Konsum ihres Fleisches einhergeht.
"Im Übermaß ist nichts gesund. Aber Slogans wie „Esst weniger Fleisch“, die aus Prinzip vom Fleischkonsum abraten, halte ich für den falschen Weg. Fleischkonsum an tagespolitische Ereignisse zu koppeln, ist grundlegend falsch. Ob er oder sie Fleisch isst, soll jeder Bürger für sich selbst entscheiden"
lebensmittelpraxis.de, Vollkasko-Mentalität passé, 10.06.2022