In einer Pressemitteilung veröffentlicht Max Straubinger, dass er eine Tierwohlabgabe in Form eines Tierwohlcents klar ablehne. Dies sei von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir vorgeschlagen worden. Straubinger sieht darin jedoch "eine ideologisch motivierte Steuererhöhung", um Bürger*innen umzuerziehen.
Seiner Ansicht nach dürfe Fleisch kein "Luxusgut" werden und es gäbe keinerlei vernünftige Sachgrundlage für das Projekt, da der Fleischkonsum in vergangenen Jahren schon von allein gesunken sei und der Markt die Preise vorgebe, also die Verbraucher*innen durch ihr Kaufverhalten entschieden. Außerdem wolle Straubinger zusätzliche Absatzschwierigkeiten für Tierhalter*innen vermeiden.
Straubinger ignoriert damit den hohen Leidensdruck von Millionen von Tieren. Zu behaupten, dass die aktuelle Anzahl von Tieren, die Qualen erleiden, so hoch bleiben könne, soweit die Verbraucher*innen dies durch Kaufverhalten signalisieren, lässt außen vor, dass der Markt bestimmten ethischen Grundsätzen weichen muss und dies in anderen Bereichen auch tut. Sein Hinweis „Zunächst einmal gibt der Markt die Preise vor, am Ende entscheidet der Verbraucher mit seinem Kaufverhalten." verschleiert, dass Produkte tierischen Ursprungs derzeit nur aufgrund massiver staatlicher Subventionierung und Preisdrucks durch Supermärkte so billig sind.
Straubinger wälzt seine politische Verantwortung auf die einzelnen Verbraucher*innen ab, obwohl diese sich klar mehr Tierschutz wünschen. Er nennt neben seiner Ablehnung von Erhöhungen der reduzierten Mehrwertsteuer auf Fleisch allerdings keine Alternativen, um mehr Tierschutz zu finanzieren oder den Fleischkonsum zu reduzieren. Somit bleibt offen, ob er Tierschutz überhaupt ernsthaft verbessern möchte.