Nahrungsmittel & Verbraucherschutz
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Schlecht für Tiere
24.10.2019 | Anträge
Bund

Abstimmung über einen Antrag zu einheitlichen Tierhaltungsstandards in der EU - Abwesend

Hintergrund

In einem Antrag fordert die FDP-Fraktion, dass Wettbewerbsverzerrungen in der Landwirtschaft durch die Einführung einheitlicher Produktionsstandards in der EU abgebaut werden. Hierbei werden insbesondere auch Tierhaltungsstandards thematisiert und eine EU-weite Tierhaltungskennzeichnung gefordert. 

“Ziel muss es daher sein, die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte in Stallneubauten zu steigern. So bietet jeder neue, nach modernsten Standards gebaute Stall das meiste Tierwohl und die besten technischen Voraussetzungen für eine moderne, regionale Tierhaltung.”

Einschätzung

Im Fokus des Antrags der FDP stehen weniger die Tiere, sondern vielmehr wirtschaftliche Überlegungen für deutsche Landwirt*innen. Es soll die Investitionsberetischaft in innovative Ställe gefördert werden. Diese können zwar bestimmte Aspekte der Lebensbedingungen der Tiere verbessern. Damit wird aber die Tierhaltung generell gestärkt und für die Zukunft manifestiert, statt einen dringend nötigen Abbau und Ausstieg aus der Tierhaltung zu fördern. Inwiefern modernere Ställe zudem wirklich zwangsläufig mehr “Tierwohl” gewährleisten, ist nicht ersichtlich.

Europäisch einheitliche Regelungen sind positiv zu bewerten, da sie in vielen Ländern die gesetzlichen Standards anheben können. Auch eine EU-weite Tierhaltungskennzeichnung könnte mehr Transparenz für Verbraucher*innen schaffen. Gleichzeitig wird durch solche Kennzeichnung die politische Verantwortung auf einzelne Konsument*innen abgewälzt. Für die Tiere ändert sich dadurch zunächst nichts. Zudem sollte die Verantwortung nicht allein auf die EU geschoben werden, da nationales Vorgehen auch nötig ist, damit Standards auf EU-Ebene leichter durchgesetzt werden können.

Abstimmung

Über den Gesetzentwurf wurde namentlich abgestimmt. Die namentliche Abstimmung ergab folgendes Ergebnis: Abgegebene Stimmkarten 592. Mit Ja haben gestimmt 139, mit Nein haben gestimmt 451, 2 Enthaltungen. Damit ist der Antrag abgelehnt. Die Fraktion FDP und größtenteils AfD stimmten dem Antrag zu. Die Fraktionen CDU/CSU, SPD, Die Linke und Bündnis 90 / Die Grünen lehnten den Antrag ab. Abgeordnete, die für den Antrag stimmten, verhielten sich eher gut für Tiere, Ablehnung, Enthaltung oder Abwesenheit wurde als eher schlecht bewertet.


Quelle:

Antrag
Gesamtvorgang



Beteiligte Politiker*innen

Sahra Wagenknecht
Gregor Gysi
Jens Spahn
Dorothee Bär
Renate Künast
Paul Ziemiak
Helge Braun
Carsten Schneider
Franziska Brantner
Tabea Rößner
Katharina Dröge
Gyde Jensen
Daniel Föst
Lukas Köhler
Michelle Müntefering
Sören Pellmann
Anna Christmann
Wolfgang Strengmann-Kuhn
Sebastian Hartmann
Sönke Rix
Kathrin Vogler
Annette Widmann-Mauz
Yvonne Magwas
Sandra Weeser
Achim Post
Ulrich Grötsch
Johann Saathoff
Gerald Ullrich
Katrin Helling-Plahr
Detlef Müller
Elisabeth Kaiser
Michael Schrodi
Günter Krings
Josip Juratovic
Stephan Pilsinger
Peter Heidt
Anette Kramme
Michael Gerdes
Uwe Feiler
Norbert Altenkamp
Bettina Müller
Luise Amtsberg
Birke Bull-Bischoff
Oliver Grundmann
Hendrik Hoppenstedt
Matthias Miersch
Axel Schäfer
Alexander Ulrich

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